Unterkunft
SunriseSunset
MoonriseMoonset
Das Frühstück im „smarten Hotel“ war durchaus gut, alles da was man braucht.
Gestern Abend hatte ich auf dem Rückweg zum Hotel doch noch mal den Park-Automaten angesteuert und ihm erneut meine Kreditkarte angedient. Nun klappte es irgendwie besser als beim vorherigen Versuch. Soweit durchgedrungen war ich schon mal die Laufzeit morgen früh bis kurz vor neun Uhr zu erweitern. Aber ich wurde weder nach dem Nummernschild gefragt noch wurde eine Quittung ausgedruckt, was aber so hätte passieren sollen, wenn ich das Gerät richtig verstanden hatte. Es passierte aber nichts. DRECKDING. Früher hat man in so ein „Groschengrab“ ein paar Münzen eingeworfen, das konnte jedes Kleinkind, und man hat auf einer Anzeige gesehen wie lange man parken konnte, fertig. Heute, nur noch Mist.
Immerhin war die Nachtruhe angenehm, vor allen Dingen ruhig.
Abfahrt dürfte dann vor neun Uhr gewesen sein. Der Himmel in Bodø war wolkenlos und das sollte er heute sehr sehr lange bleiben. In 2024 fing der Tag ja ähnlich an, aber heute, würde ich abschließend sagen, das war noch ein Tacken prachtvoller. Bereits auf der Straße von Bodø nach Fauske habe ich pausenlos angehalten. Nicht nur, dass die Sonne grandios über die Berge kam, sondern es waren auch noch richtig mystische Nebel über dem Wasser zu sehen, extraordinär.
In Fauske habe ich mir an der Tanke zwei Kanelboller und einen Kaffee gegönnt und gleich ihrer Bestimmung zugeführt, lecker, lecker, lecker.
An einer Stelle wäre es passend gewesen das Fluggerät steigen zu lassen, etwas von der Straße weg, aber da hing eine Stromtrasse in der Luft, das war mir dann doch nicht geheuer. Aber der Tag war ja noch früh. Dann ein neuer Anlauf, ein größerer Parkplatz und dann bei genauerer Inaugenscheinnahme war da noch ein großes Gelände sogar mit Sträuchern von der Straße getrennt. Das ist ja ideal. Hier dann der erste Rundflug. Ich packe ein, da biegt einer durchaus mit hohem Tempo auf das Gelände ein. Mit einem Jeep, so ganz alter Bauart. Ein Typ steigt aus, wir grüßen uns kurz. Das Nummernschild sagte mir nichts, keine Ahnung was das für ein Landsmann war. Er wird aber später noch eine Rolle spielen.
Als ich dann kurz später in das „Saltdalen“ abbiege sehe ich zufällig, dass der Deckel noch vor der Linse der Video-Kamera pappt. Hasenhirn, sage ich da nur.
Bei der Abfahrt in Bodø waren es -10° C. Um den Dreh schwankte das dann auch eine ganze Weile, aber nun, ab dem „Saltdal“ ging es fast minütlich nach unten und ruck zuck waren -20° C erreicht. Die Sonne schien immer noch von einem wolkenlosen Himmel.
Auf der nördlichen Seite des „Saltfjellets“ waren an der [E6] noch keine Bauarbeiten zu sehen, alles wie gewohnt.
Wie zu erwarten ist der Anblick auf dem Saltfjellet umwerfend, ich fahre deutlich langsamer als erlaubt und möglich gewesen wäre. Erster bestimmungsmäßiger Halt ist am nördlichen „bom“. Weiter, nach einem ersten Parkplatz Ausschau halten. Und zack, da ist schon einer, bestens befahrbar, sonst steht keiner dort. Ein paar erste Fotos schießen und dann, ab in die Lüfte. Immerhin klappt das Navigieren schon so gut, dass ich nicht mehr in die Luft gucken muss, was eh nutzlos ist, weil das Fitzelding eh in wenigen Sekunden aus dem Blickfeld verschwunden ist, wenn es gegen die Sonne geht, dann ist das noch viel früher passiert.
Ich prüfe mal wie man so auf dem Schnee laufen kann, es sind ein paar ältere Spuren von Skiern zu sehen. Oho, da sinkt man ja gar nicht ein, da kann man ganz passable laufen.
Ich fahre zum nächsten Parkplatz. Da könnte man ja mal schauen wie weit man da von der Straße weg gehen kann. Sollte man da etwa das Fluggerät mitnehmen. Warum nicht. Also, dann auf in die „Wildnis“. Gut, ab und zu sinkt der Schuh auch mal bis zum Knöchel ein, aber nix dramatisches. Ab und zu mal umdrehen, was für ein Anblick, in alle Richtungen blauer Himmel, die Sonne lacht, Temperaturen so um die -20° C, klamottentechnisch bin ich bestens eingerichtet. Zudem geht es leicht aber stetig etwas bergauf, da kommt man ganz natürlich in Wallung. Beinahe wäre ich versucht gewesen die dicken Handschuhe schon auszuziehen, was ich mir dann aber doch so kurz vor dem Erreichen des „Startplatzes“ verkniffen habe. Von alleine kalt werden die Griffel eh.
Ein größerer Felsblock ist erreicht, Startpräparation und ab geht es. Es wird denke ich mein längster Flug bisher und zurück habe ich auch selbst gefunden. Abends habe ich mir die Low-Resolution-Version auf dem Notebook angeschaut, ist gut geworden.
Und dann wieder zurück stapfen, ja, langsam werden die Zehenspitzen etwas kühl. Wieder ins Auto und weiter. Man kann ja jetzt nicht einfach so fahren und fahren und ruck-zuck hat man den Polarkreis erreicht und dann ist auch gleich Ende mit dem spannenden Teil.
Also noch mal parken und einen kleineren Hügel hoch.
Dann reift die Idee am Polarkreis nicht nur einen kurzen Fotostopp einzulegen, sondern auch dort mal die Tragfähigkeit des Schnees zu prüfen und evtl. querfeldein zum Polarkreis-Zentrum zu gehen. Ich biege also ab, sehe aber weit vorher einen Mann an der Fahrbahn stehen, der aber nicht das macht was man da erwarten würde, also etwa Fotos machen oder irgendwas in der Art.
Äh, das ist doch der Typ den ich heute Morgen schon gesehen habe, der mit dem Jeep. Und ja, do vorne steht der Jeep, aber auf der eigentlich unbefahrbaren Straße zum großen Parkplatz des Zentrums. Und dann braucht es noch ein paar Augenblicke bis mir klar wird, der steckt da fest.
Ich suche meine Ausrüstung in aller Ruhe zusammen und steige aus, kurzer Augenkontakt, „Hi“, und dann stapfe ich los. Ja, der Schnee trägt hier auch. Das havarierte Fahrzeug verschwindet hinter einem kleinen Hügel aus dem Blickfeld.
Der große Parkplatz ist fast nicht zu erkennen, wenn ich nicht wüsste, dass es ihn gibt würde ich ihn nicht vermuten. Weiter etwas den Hügel hoch zu der großen Holzskulptur. Es gibt mehrere Schilder die darauf hinweisen, dass es hier verboten ist „Steinmännchen“ zu bauen. Touristen, augenverdreh.
Von hier oben kann man auch wieder den Jeep erkennen. Ach ja, vorhin, als ich noch an der Straße stand und selbst ein paar Fotos machte hielten zwei Fahrzeuge an, zunächst dachte ich, ah, der gehört evtl. zu einer Gruppe von Fahrern, denn es waren zumindest auch Geländefahrzeuge. Aber es waren Norweger, es wurden nur ein paar wenige Worte gewechselt, dann trollten sich die Fahrzeuge wieder.
Nun, ich denke so schnell wird sich der Kollege da nicht wieder aus eigenem Antrieb heraus manövrieren. Aber mal ganz ehrlich, wer sich so mutwillig in so eine Situation bringt, der soll gefälligst selbst sehen wie er da wieder rauskommt.
Als ich wieder ins Auto steige sehe ich gerade, dass er mit einer Schaufel zugange war. Wenig später versucht er frei zu kommen, das klappt aber nicht. Viel Spaß noch.
Ein Halt am Halteplatz „Bolna“ steht als Abschluss des „Saltfjellets„ noch aus. Es steht nicht explizit da, dass man da nicht auch hochfahren dürfte, aber ich nutze die Gelegenheit und laufe hoch. Wieder zu erwarten, dass da zufällig ein Zug durchfährt, wäre jetzt vermessen. Es geschieht auch nicht.
Was passierte dann noch, muss ich überlegen, ich sitze nämlich schon im „Frati“ in Trondheim.
Dadurch, dass ich so viele Pausen eingelegt hatte waren andere Haltepunkte die ich früher noch zu guter Zeit erreicht hatte jetzt keine Option mehr. Wo das heutige Hotel liegt wusste ich so ungefähr und hatte es nicht explizit im Navi eingetragen, ein wenig den Orientierungssinn herauszufordern kann ja nicht schaden. Und hätte es an einer Stelle keine Baustelle gewesen wäre ich auch direkt auch aus der Erinnerung hingekommen. Dann halt auf einem anderen Weg.
Im Hotel „Fru Haugans“ war ich ja vor vielen Jahren schon mal, habe aber null Erinnerung.
Einschub: Sitze wie gesagt im „Frati“ in Trondheim, bzw. bin nun in den Keller gegangen. Dort lachte mich das „Doppelbock“ an, hat allerdings nur 7,0 % Alkohol. Bin mal mit einem 25 cl Gebinden an den Start gegangen, Kostenpunkt 90 NOK, die 45 cl schlagen mit 158 NOK zu buche, ist allerdings auch von hausgebrauten Bieren das teuerste. Und ja, das schmeckt schon gut, es fehlt aber irgendwie der „Wumms“. Einem Bier der Svalbard Bryggeri kann es also nicht das Wasser reichen. Einschub Ende.
Das Zimmer das ich bekomme habe liegt wohl im alten Teil, es hat einen knarzenden Holzboden, eine Gaube, großen Schreibtisch, Sessel, geräumig, wohnlich. Und dann das noch, wirklich noch ein Badezimmer im alten Stil, „Flitscher“, da wird man fast schon nostalgisch. Zum Abendessen muss ich nicht außer Haus. Ich esse ein „Barmenü“, für das Restaurant war mir nicht. Warum nicht mal schnödes „Fish & Chips“ bestellen. Und hey, das war wirklich gut. Die Panade nicht dicker als der Fisch, der Fisch saftig, die Pommes kross, alles gut heiß, große Portion, mehr geht nicht. Dazu ein „Frydenlund Spicy IPA“.
Auch wenn ich heute durchaus etwas Bewegung hatte, die Gelegenheit kann man nicht ungenutzt lassen, so schön kalt, solche Mengen von Schnee in den Straßen, das hatte ich schon lange nicht mehr hier. Also, noch mal die volle Montur anwerfen. Gefühlt war das noch etwas frischer als bei der Ankunft.
Nun, das Saltfjellet war ganz sicherlich ein absoluter Höhepunkt auf der 2026er Reise. Das ist schwer zu toppen.
Die kleine Wanderung am „Semska“ Parkplatz war ca. 2 km lang und dauerte ca. 1 Stunde.
11.02.2026 Bodø – Saltfjellet – Mosjøen