Unterkunft
SunriseSunset
Das Frühstück habe ich im „Eiskeller“ des Hotels eingenommen, der Raum war wirklich nicht überhitzt, um es mal so auszudrücken. Das Wetter sah ganz viel versprechend aus, es war noch nicht wirklich ganz hell, die Sonne verbarg sich hinter hohen Bergen. Heute sollte es also sehr touristisch werden, der „Goldene Zirkel“, der Dreiklang aus „Þingvellir“, „Geysir“ und „Gullfoss“. Dazu fährt man aus Reykjavík raus, in Richtung Nordwesten auf der [1], irgendwann geht es dann ab, gut ausgeschildert nach „Þingvellir“. Man kommt also auch ohne Navi klar. Auf der Straße ist einiges los, und die Tatsache, dass es alles Autos mit isländischem Kennzeichen sind sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass es vermutlich ne Menge Touris sind. Und da wo ich die Tage zuvor überall alleine stand um mir etwas anzuschauen standen hier bei fast jeder Gelegenheit zig Autos an den Parkplätzen.
Erster Stopp also „Þingvellir“. Der Parkplatz mit großem Besucherzentrum ist zu bezahlen, es waren glaube ich 750 ISK. Zu einer Aussichtsplattform ist es nicht weit zu laufen. Es war dort schon ganz schön was los. Die Sonne war zwar bereits gut über dem Horizont, aber hing in leichten Wolken fest. So schlenderte ich weiter, von Station zu Station, bis zum „Öxarárfoss“, dann zurück zur kleinen „Þingvallakirkja“. Die Sonne zeigte sich immer mal wieder sehr schön für eine Weile. Genug gesehen, weiter zum „Geysir“. Dazu hatte ich vorher schon gelesen, dass der große Geysir (Stóri Geysir) schon eine Weile nicht mehr sprudelt, nur noch eine kleinere Variante („Strokkur“). Die Sonne schien flott, aber der Wind zog scharf um die Nase. Alle 8-10 Minuten bricht der Strokkur aus, eine lange Zeit wenn man drauf wartet und für den sehr kurzen Moment des Ausbruchs am gespannten Auslöser hängt. Der erste Ausbruch ist auf Video festgehalten. Man hätte noch einen nicht niedrigen Berg erklimmen sollen, aber das machte ich nicht. Welche Aussicht sollte ich da haben die ich nicht schon viel besser die letzten Tage hatte. Also weiter zum vermutlichen Highlight des Tages, dem „Gullfoss“.
Das Auto kann hier gratis parkiert werden. Es ist nicht weit zum Fall zu laufen. Es weht ein schönes Windchen, wenn man die Stahltreppe runter geht wird man teilweise von der Gischt erwischt die durch die Gegend fliegt. Und ja, der Anblick ist wirklich grandios, die Sonne steht ziemlich gut und beleuchtet die Szenerie entsprechend. Ein Weg ist gesperrt, da wo man ganz dicht an den Fall ran gehen kann. Das scheint wohl im Winter zu gefährlich zu sein, der nicht befestigte Weg ist leicht vereist und an einigen Stellen abschüssig. Trotzdem kann man einen höher gelegenen langen Weg entlang marschieren und hat immer wieder unterschiedliche Blickwinkel auf den Fall. Die Gischt setzt sich auf der gegenüberliegenden Talseite als riesige Eisschicht fest, das wirkt in der ansonsten unverschneiten Landschaft entsprechend. Man kann sich wirklich nicht satt sehen.
Tja, wie fahre ich nun zurück, die exakt gleiche Strecke? Blick in die Straßenkarte. Es sieht so aus, als ob man bis nach Selfoss fährt (auf der [35]), ein Teil der gleichen Strecke die ich gekommen bin, aber auch ein neuer Abschnitt. Von Selfoss aus fährt man dann ein ganzes Stück auf der [1] in Richtung Reykjavík. Sie verläuft hier meist vier- oder abwechselnd dreispurig. Auf einer Anzeige steht, dass es teilweise Windgeschwindigkeiten von bis zu 25 m/s hat. So ganz leicht merke ich das auch, aber es rüttelt nicht wirklich an der flachen Flunder. Die Strecke nach Reykjavík ist doch weiter als ich dachte, man kommt auch hier durch völlig leere Gegenden. Ja, in Reykjavík habe ich mich wieder verhaspelt und bin eher zwei als eine Abfahrt zu früh ab. Egal, nun wusste ich ja wo es lang ging und wo man ganz ganz ganz besonders langsam fahren musste. Die Parkplatzsuche war nicht sofort von Erfolg gekrönt aber schon beim zweiten Anlauf wurde ein Platzerl frei.
Heute Abend sollte das mit dem Festivalbesuch etwa besser organisiert ablaufen, also Augen auf. Location heute das Gaukurinn, eine nicht gerade große Kneipe, bereits gut besucht. Der erste Gig war dann auch wirklich der den ich erwartete, zwei Franzosen (SUPERJAVA) mit flockigen Grooves. Dann folgte noch mal das Energiebündel Monikaze von gestern, das kann man sich durchaus noch Mal anhören. Dann folgten Donkey Kid, vier Milchbärte aus Berlin. Ja, war auch nicht schlecht. Dann folgte eine Band (Rock Paper Sisters) wo man schon vom Äußeren der Mitglieder auf den Musikstil schließen konnte. Das würde kein Schmusepop werden. So war es auch, heftiges „Geschrammel“ setzte ein. Ein Lied habe ich mir gegeben, in der Hälfte des zweiten Liedes habe ich aufgegeben, einfach nur laut und Gekreische muss nicht sein. Die nächsten beiden Gigs (Lime Garden und Kneecap) des Abends hier im Gaukurinn habe ich mir geschenkt. Der nächste Abend wird ja spät werden, trentemøller tritt erst um 00:20 Uhr im „Art museum“ auf.
Es war 23:30 Uhr und auf den Straßen pulsierte das Leben. Vor einigen Kneipen standen riesige Trauben von Menschen draußen, keine Ahnung ob die auf Einlass warteten oder einfach so da waren. Ein Bierchen könnte man noch trinken, also Eintritt in eine recht kleine Kneipe (Ægir) mit 10 lokalen Bieren vom Fass. Aber auch hier gibt es kein dunkles Bier, scheint es wohl in Ísland nicht so häufig zu geben. Also noch Mal ein IPA, was ebenfalls gut zu trinken war.
Ende des zweiten Festival-Abends.