SunriseSunset
Die Überfahrt war absolut ruhig. Gegen 07:30 Uhr ertönte aus dem Lautsprecher die Durchsage, dass um 8 Uhr die erste Frühstücks-Sitzung beginnt. Um kurz nach 8 Uhr schaute ich zufällig aus dem Kabinenfenster und sah schon das Marine-Ehrenmal Laboe, ui, dachte ich, dann sind wir ja quasi schon da, aber das Schiff sollte erst um 09:15 Uhr am Schwedenkai in Kiel anmachen, wo schippern wir jetzt noch eine Stunde lang rum? Aber das Einlaufen in den Hafen und dann das „Einparken“ dauerte in der Tat eine weitere Stunde, krass. Obwohl ich als dritter oder vierter auf die Fähre fuhr, gehörte ich mit zu den Letzten die von der Fähre fuhren, die „normalen“ Autos, also keine SUVs, Kleintransporter oder ähnliche hohe Autos, waren auf einem extra Zwischendeck geparkt. Unten standen die ganzen LKW, die alle zuerst von Bord fuhren. Aber trotzdem kanalisierte sich der Verkehr schnell durch das kleine Kiel auf die Autobahn. Die vom Navi vorgeschlagene [A7] habe ich nicht genommen, mir gefällt die Route über Kassel einfach nicht, ständig bergauf und wieder bergab, Kurve links und rechts. Das wäre in den Weiten Skandinaviens, auf einsamen Straßen, etwas anderes, aber auf einer deutschen Autobahn, nein Danke. Dann also die [A1] über Bremen. Es gab keine Staus oder nennenswerte Störungen.
Die Hektik auf dem Schiff zu früstücken habe ich mir nicht angetan und stattdessen ein paar Fotos von Kiel geschossen. Frühstück dann unterwegs. Mit 108 km/h Tempomat wollte ich nicht nach Hause zockeln, also habe ich mal richtig Stoff gegeben und den Tempomat auf 120 km/h eingestellt. Wie kommt sich da ein Norweger eigentlich vor, wenn der zum ersten Mal in seinem Leben auf eine deutsche Autobahn kommt, der kriegt ja einen Schock, wenn er da mit fast dem 3-fachen von dem was er zu Hause fahren darf, überholt wird.
Fazit: 5.746 km Auto in 72 h, 2.060 km Flugzeug, 477 km Fähren, 238 km Hurtigruten. Trotz der eher abschreckenden Wettervorhersagen habe ich teilweise eine Menge Schnee gesehen, mächtig kalt war es auch, nur nicht da wo es normal gewesen wäre, nämlich auf Svalbard. Trotz teilweise bekannter Orte und bekannter Routen gab es viel Neues zu entdecken. Ich würde die gleiche Tour gerade wieder starten. 😎