Unterkunft
SunriseSunset
MoonriseMoonset
Eher zufällig hatte ich auf einem großen Blatt auf dem Hotelzimmer gelesen, dass das Frühstück seit dem ersten Oktober 2025 in der Konditorei gegenüber eingenommen werden kann. <Grummel>. Es stellte sich dann konkret die Frage, schlüre ich meinen ganzen Krempel mit zum Frühstück, frühstücke und gehe dann direkt zum Auto. Oder doch die eher etwas ruhigere Variante, Frühstück, zurück aufs Zimmer und dann erst losmarschieren. Ich hatte mich für die letztere Option entschieden.
Da ich doch wieder ein Zimmer zur Fußgängerzone hinhatte, anders wie eigentlich beauftragt, war ich entsprechend früh wach und startete gleich in den Tag.
Es schien so, als ob an diesem Morgen noch einige andere hier das Frühstück von Hotelgästen einnahmen, die junge Servicekraft hatte ein DIN-A4-Blatt vor sich mit sicherlich 10 Einträgen.
Wie auch die Jahre zuvor im Hotel mangelte es hier an nichts.
Gefühlt war es frisch draußen, die Wahl der Klamotten war aber mit Wohl bedacht und es gab auf dem kurzen Weg zum geparkten Auto keinen Grund zu schnattern. Das Gepäck war schnell verstaut und das Wägelchen springt gut an. Es sind -10° C. Ich hatte es auch schon wärmer bei der Abfahrt in Östersund.
Für einen Montagmorgen war erstaunlich wenig los, ruck-zuck war ich an der gewohnten Tankstelle. Auch wenn sie keinen 98er Saft hat schlage ich hier zu und das Thema Tanken ist für den Tag erledigt.
Wettermäßig sieht es durchaus erst Mal vielversprechend aus, es hat zwar Wolken, aber die hängen deutlich höher als gestern und sind auch nicht so super dicht.
Die Stadt hat man schnell hinter sich und es gilt nach rechts oder hinten zu schauen, je nach dem in welche Richtung man fährt, um zu prüfen was die Sonne so macht. Ja, das sieht außerordentlich ermutigend aus. Man kann kurze Augenblicke erhaschen in denen der Himmel schon dunkelrot gefärbt ist, die Sonne selbst aber noch nicht zu sehen ist.
Aber es trübt sich ein, daran gibt es nichts zu rütteln.
Einschub: Gerade lese ich meine Mails, vom Account „Tekniker“ erhalte mit Betreff „Viktig informasjon om konsert med Lars Lillo-Stenberg på Gruvelageret“ die Nachricht „Velkommen til konsert med Lars Lillo-Stenberg“
Vi gleder oss til å ta dere imot på Gruvelageret lørdag 7.2. Konserten starter klokka 17.00. Vi vil minne om at dørene ikke åpner før kl. 16.30 på grunn av lydprøve. Det er meldt kaldt vær så pass på at dere ikke blir stående ute og fryse før dere slipper inn.
Vi ser frem til en fin konsertopplevelse.
Med vennlig hilsen
Polarjazz/Longyearbyen kulturhus
Das ist ja nett. ;-) Einschub Ende.
So, jetzt muss ich erst überlegen, eins nach dem anderen. Ah, ja, genau. Der erste Stopp ist Olsta, aber wie zu erwarten, mit Bewölkung gibt der Ort nicht viel her. Sonst ist das ein Garant für einen fotogenen Sonnenaufgang. Angehalten und ein paar Fotos gemacht habe ich trotzdem.
Aber nicht alles ist schlecht, im Gegenteil. Es ist kalt, -10° C zunächst und leicht darunter. Es hat ordentlich viel Schnee in der Landschaft, das ist wichtiger als die Sonne.
Wo habe ich sonst noch angehalten, auf jeden Fall in Fiandberg, fast wäre ich wieder dran vorbei gesemmelt. Das Straßenschild war auch noch fast komplett verschneit, aber in letzter Sekunde habe ich die Stelle erkannt und konnte vom Inlandsvägen abbiegen.
Keine Ahnung wie kalt es an der Stelle war, aber es bedurfte keiner Überlegung auf jeden Fall auch die Jacke anzuziehen, was ich bei den Fotostopps nicht gemacht hatte. Noch im Auto hatte ich alles für die Drohne vorbereitet und konnte dann draußen sofort starten. Ja, es ist schon (schön) kalt.
Mittlerweile klappt es gut nur mit dem Display zu fliegen, den Blick in den Himmel kann ich mir sparen, zumal man das Winzding eh in Nullkommanix aus den Augen verloren hat. Welcher Schalter wie zu betätigen ist, um den Horizont einzustellen habe ich aber immer noch nicht drauf. Und nach Murphy drehe ich auch immer erst Mal am falschen Regler und dort in die falsche Richtung. Naja, es kann nur besser werden.
Letztlich bin ich nur eine längere Runde geflogen. Mal sehen wie das geworden ist.
Ja, die heutige Strecke ist ca. 100 km länger als die am Vortag, das zieht sich. Aber es ist ein Genuss. Viel Verkehr ist wie üblich nicht, wenn doch mal ein langsameres Fahrzeug vorweg fährt gibt es immer einen Weg doch mal zu überholen.
Und dann, so gegen 13 Uhr wird es etwas heller, speziell beim Blick in den Rückspiegel, dort wo die Sonne nun zu verorten ist. Man sieht sie kurz zwischen den Wolken hervor blitzen. Grandios. Ob das heute noch was wird mit dem vorhergesagten blauen Himmel?
Kilometer um Kilometer nähert sich das Ziel. Die Sonne bahnt sich immer wieder spektakulär durch restliche Wolken. Es ist nur nicht immer ganz einfach eine entsprechende Stelle zu finden anzuhalten. Manchmal wird das noch erschwert dadurch, wenn man einen Verfolger hat, dann kann man ja nicht so einfach unvermittelt in die Eisen steigen und rechts auf einen Parkplatz fahren. Aber es gelingt doch ein paar Mal ein gutes Plätzchen zu finden.
Dann war die Sonne schon abgehakt für heute nur um wenige Kilometer doch noch mal aufzutauchen. So war der letzte Teil der heutigen Fahrt auf jeden Fall super.
Und kaum war die Sonne dann wirklich im Westen untergegangen erschien auch schon im Osten der Vollmond in seiner ganzen Pracht.
Es kam die Überlegung auf evtl. am Polarkreis anzuhalten, wo ich ehrlich gesagt noch nie angehalten hatte, um dort vllt. im restlichen Tageslicht die Drohne steigen zu lassen und gleichzeitig auch noch den Mond vor die Linse zu bekommen. Aber daraus wurde nichts.
Das Hotel hatte ich so gefunden, das Navi hätte mich erst mal wieder auf die falsche Fährte geführt. Und, ja, mittlerweile zeigte das Thermometer -20° C.
Nur das Nötigste aus dem Auto mitnehmen, einchecken und noch im vermummelten Zustand gleich wieder raus. Die Beine waren schwer eingerostet und bedurften dringend etwas Bewegung. Sodann ging es an den Kreisel an der Tankstelle. Dort war wieder die Schneeskulptur für den kommenden Markt zu sehen. Dieses Mal im deutlich besseren Zustand. Vor zwei Jahren war es so warm, dass die Figur richtig „angefressen“ war.
Heute ging meine Runde auch deutlich weiter. Wenngleich ich merkte, dass meine Schuhe für diese Temperaturen dann doch nicht sehr lange taugen werden. Es wäre hier also doch klüger gewesen die dicken Schuhe anzuziehen, zumal die den ganzen Tag im Beifahrer-Fußraum gut vorgewärmt gewesen wären. Aber wer nicht hören will, der muss fühlen, bzw. irgendwann eher weniger fühlen, vor allen Dingen die immer tauber werdenden Zehen.
Bevor es dann zu arg wurde kam ich wieder ins Hotel zurück. Restliches Zeugs aus dem Auto bergen und aufs Zimmer.
Nun das ganze elektrische Geraffel anschließen. Also GPS-Logger, Foto-Kamera, Video-Kamera und Drohne. Das ganze Material bergen. Dann alle Akkus laden. Wie ein Reiter der erst mal sein Pferd versorgt hat, gehe ich erst jetzt ins Hotel-Restaurant und genieße das Buffet. Es hat jede Menge leckere Salate und zwei Hauptgerichte, ich entscheide mich für das „Stew“ mit Reis. Das Ganze wurde begleitet von einem schwedischen IPA, das mir der Barkeeper empfohlen hatte. Zum Abschluss gönnte ich mir je ein Stück super leckersten Kuchen und zwei Schlückchen Kaffee dazu.
Auf dem Zimmer verfasse ich den Rest des heutigen Berichts. Gegen 22:30 Uhr sind alle Akkus wieder geladen. Der Tag geht zu Ende.
Die kommende Nacht soll in Jokkmokk Temperaturen bis -20° C bereithalten, aber gegen 8 Uhr soll es blitzmäßig wärmer werden, bis auf -18° C. Für Karesuando sind morgen ebenfalls -20° C gemeldet, bei Sonnenschein. Kilpisjärvi ebenfalls Sonnenschein bei -18° C. Nordkjosbotn bei Ankunft um voraussichtlich 17 Uhr dann -6° C, leider bewölkt. Tromsø am Mittwoch, das sieht übel aus, plus 2° C und gegebenenfalls auch noch Schneeregen. Da hoffe ich mal drauf, dass sich das eher zum besseren ändert, also lieber mal 10 Grad kälter. Die Aussichten für Longyearbyen sind traumhaft. Temperaturen bis auf -20° C runter und „Sonnenschein“, will heißen, wolkenfrei.
Gerade habe ich mal das Zimmerfenster geöffnet. Potzblitz, die Kälte verschlägt einem regelrecht den Atem. Also morgen früh werde ich auf jeden Fall die dicken und eher klobigen Winterschuhe anziehen, auch wenn das fürs Autofahren nicht so super ideal ist, bei den breiten Latschen hat man ruck-zuck mal zwei Pedale auf einmal betätigt. Ob ich wirklich den angedachten Umweg fahre überlege ich mir noch, denn das wären wieder ca. 574 km, statt nur 496 km.