Unterkunft
SunriseSunset
MoonriseMoonset
Das Frühstücksbuffet lässt wirklich keine Wünsche offen, naja, unser Bundeskanzler hätte sicher was zu meckern, bzgl. bestimmter Backwaren, nicht wahr.
Temperaturmäßig war es mit gerade mal -6° C nicht wirklich kalt. Und wie sich herausstellte war das der wärmste Ort heute (tiefste Anzeige unterwegs waren -15° C). Das Wetter präsentierte sich trüb und grau, genauso wie vorhergesagt. Schon bald fing es ganz leicht an zu schneien, was ich so in den Vorhersagen aber nicht entdeckt hatte. Auf der Straße blieb das aber nicht liegen, es wurde vom Winde verweht.
Wie auch schon im letzten Jahr ergoss sich auf der Gegenseite eine Auto-Karawane gen Süden. Gefühlt die Hälfte waren Dänen. Wirklich viel passierte aber die ersten Stunden nicht.
Der erste Zwischenstopp in Mora steht fest auf dem Programm. Es hat recht viel Schnee und es ist kälter als so manch anderes Mal. Es dauert etwas, bis man den See endlich sieht und ich bin erstaunt, da ist ja gar niemand. Man sieht nur jede Menge Schnee auf dem See. Nun, ich parke trotzdem, es stehen nur sehr wenige Fahrzeuge auf dem großen Parkplatz.
Auf einem Schild steht zu lesen, dass unter dem Schnee nur dünnes Eis sei. Tja, schade. Kann mich nicht daran erinnern, dass das Eis nicht zu betreten gewesen wäre. Trotzdem nutze ich die Gelegenheit und gehe etwas um den See herum, so weit wie ich bisher noch nie gelaufen war.
Dann also weiter auf dem Inlandsvägen. Recht unvermittelt liegt dann plötzlich eine leichte Schneedecke auf der Straße.
Einschub: Ich sitze wie nicht anders zu erwarten im „Tre Rum“, habe einen ausgesprochen leckeren Burger verspeist und dazu wurde ein „Jämtlands Baltic - Imperial Stout“ gereicht, 7,0 % Alkohol. Kann sein, dass ich das hier schon mal getrunken hatte. Einschub Ende.
Der Schneefall ist mal mehr mal weniger, aber nicht wirklich der Rede wert. Und plötzlich scheint es so, als ob sich die Sonne noch mal zeigen will, so gegen 15 Uhr, also wenn sie schon recht nahe am Horizont steht. Gerade da versagt der Akku der Videokamera. Und einen „Stunt“ hinlegen und den Akku während der Fahrt zu tauschen, incl. ab- und wieder anschrauben auf dem Stativ. Also so stark wollte ich mein Glück nicht herausfordern.
Der kleine Zwischenstopp um das dann zu erledigen kostete dann wieder ein paar wertvolle Minuten. Es ging ja darum möglichst viel Helligkeit zu haben beim Spaziergang am Frösjön. Das Wägelchen konnte ich gut parkieren, aber mit der Unterkunft habe ich orientierungsmäßig wirklich meine Schwierigkeiten. Und bei einer 50:50 Chance in die richtige oder falsche Richtung zu gehen entschied Murphy für mich mal in die falsche Richtung zu gehen.
Gefroren habe ich nicht, außer die Griffel, die sind mir fast abgefroren, die dünnen Handschuhe taugen dafür einfach nichts. Also schaue ich schmachvoll noch mal auf meine Buchung um die Adresse zu prüfen. Ja, ja, da laufen wir mal lieber in die andere Richtung. Ahh, da ist es doch. Und schnell noch den Türcode eingeben, zwei Stockwerke die Treppe hoch, noch mal Türcode eingeben, den Zimmerschlüssel aus einem Schränkchen fischen und dann endlich, angekommen.
Leider ist es kein Zimmer nach hinten, sondern wieder zur Fußgängerzone raus. Nun gut.
Sich präparieren für eine Runde am See. Am Seeufer steht ein kleines Schloss aus Schnee und dann geht mein Blick über den See und ich sehe, da sind Leute. Ja das ist ja fein, dann also heute kein Spaziergang über den Siljan in Mora sondern über den Frösjön in Östersund.
Aber just wo ich nun auf dem Eis stehe ist sonst kein Mensch mehr zu sehen. Für eine komplette Überquerung zum anderen Seeufer fehlt mir jetzt irgendwie die Traute. Dann doch lieber die gewohnte Strecke zunächst über eine kleine Brücke und dann immer weiter am Ufer entlang. Es weht ein wirklich heftiges Lüftchen, aber die Kleidung ist perfekt, da fröstelt nichts. Selbst die Füße in den eigentlich nicht wintertauglichen Schuhen sind herrlich warm. Der Buff wird, wenn nötig auch über die Nase gezogen. Die Kapuze der Jacke liegt sowieso über dem Kopf.
Am Ende der Strecke die ich schon häufiger gegangen war entscheide ich mich noch weiter zu gehen. Die in einiger Entfernung liegende Brücke wäre doch auch mal eine Aufgabe. Allerdings ist der Weg dorthin nicht gut ausgeschildert. Man muss einen Pfad neben der Straße gehen, der nicht beleuchtet ist und auch nicht so gut gespurt ist. Aber davon will ich mich jetzt nicht schrecken lassen.
Immer der Nase lang. Aber dann ist plötzlich wirklich Ende, ich stapfe durch tieferen Schnee zu einer Bushaltestelle und überquere dort die Straße. Aha, auf der anderen Straßenseite verläuft nun ein geräumter Weg in Richtung Brücke. Dann kommt ein Schild, dass die Brücke 1,5 km lang ist. Püha, also die ganze Brücke abzuschreiten das dauert. Ok, man soll es auch nicht übertreiben, dann also wieder zurück.
Im Hotel die dicken Klamotten gegen was leichteres tauschen und ab ins „Tre Rum“, dass nur ein paar Meter weiter liegt. Aber Hölle, nur mit einer Jeans ist das wirklich super frisch um die Stelzen. Nun schließt sich der Kreis zum vorherigen Einschub.
Der Akku des Tablets ist längst nicht mehr so frisch wie noch vor Jahren, noch keine zwei Stunden und der Balken mit der Restanzeige ist bedrohlich klein geworden. Aber im Prinzip ist alles gesagt bzw. geschrieben für heute. Im Moment habe ich nicht genau auf dem Schirm wie lange meine Tour morgen dauert, aber ich glaube sie ist länger als heute. Also darf der Tag nun auch langsam ausklingen.